Die vier Elemente: 


Schlüssel zu den Tierkreiszeichen, zur Astrologie und zum Partnerschaftsverständnis

Ein Hund sagt:
  Die Menschen geben mir zu essen.
  Die Menschen geben mir ein Dach über dem Kopf.
  Die Menschen lieben mich, sie streicheln mich.
  "Die Menschen müssen Götter sein!"

Eine Katze sagt:
  Die Menschen geben mir zu essen.
  Die Menschen geben mir ein Dach über dem Kopf.
  Die Menschen lieben mich, sie streicheln mich.
  "Ich muss ein Gott sein!"

Hunde werden astrologisch dem "treuen" ERDE-Zeichen JUNGFRAU zugeordnet, Katzen dem "besonderen" FEUER-Zeichen LÖWE.
Hund wie Katze haben, jeder für sich gesehen, selbstverständlich beide Recht. In einer eventuellen Partnerschaft hätten Hund und Katze jedoch eine Beziehung "wie Hund und Katz". Kein Wunder, denn dieselben "Tatsachen" werden von beiden völlig anders ausgelegt.

Bei Partnerschaften ist es deshalb wichtig, die "Fremdsprache" des Partners zu lernen:
Die Katze muss lernen, dass "Knurren" bei Hunden ein Warnsignal kurz vor dem Zubeißen ist, eben genau das Gegenteil von dem, was eine Katze unter "Schnurren" versteht. Wenn sie das Knurren des Hundes in ihrer Katzensprache nur als "Schnurren" versteht, gibt es Ärger. Der Hund muss lernen, dass ein wedelnder Schwanz bei Katzen nicht wie bei Hunden ein Ausdruck der Freude, sondern im Gegenteil ein Zeichen von Angriffsbereitschaft ist. Er wird die Katzenkrallen in seiner Schnauze haben, wenn er dieses Katzen-Signal nach Hundemanier als freundschaftliche Geste deutet!

Deshalb ist gegenseitiges Missverständnis - und dadurch die natürliche Feindschaft von Hund und Katze - sozusagen vorprogrammiert, denn jeder der beiden glaubt, dass der andere ihn völlig zu Unrecht missversteht, obwohl er sich selbst doch so klar und deutlich ausgedrückt hat.
So einfach ist es also, sich nicht zu verstehen - auch bei Menschen.
Verständnis für den Partner braucht deshalb möglichst gute sowie vorurteilsfreie Wahrnehmung und viel Übung.

Die Astrologie bietet - nicht über "Tatsachen", sondern über einen Schatz an symbolischen Bildern - gute Möglichkeiten, über den eigenen Schatten zu springen und die Welt, sich selbst und den Partner einmal aus einem anderen Blickwinkel zu betrachten.
Man sieht dadurch mehr - und man sieht mehr ein. Ein traditioneller Versuch die Welt zu beschreiben, ist die Gliederung der Natur in die vier Elemente FEUER, LUFT, WASSER und ERDE, die Empedokles schon im fünften Jahrhundert vor Christus lehrte. Bis ins 19. Jahrhundert zählte dies zur Grundlage unseres Wissens, wie der folgende Spruch von Goethe zeigt:
Erst zu begegnen dem Tiere / Brauch' ich den Spruch der Viere:
  Salamander soll glühen,
  Undene sich winden,
  Sylphe verschwinden,
  Kobold sich mühen.

  Wer sie nicht kennte,
  Die Elemente, Ihre Kraft und Eigenschaft,
  Wäre kein Meister
  Über die Geister.

  (Faust I, Studierzimmer)

Zur Erklärung:
 Salamander = FEUER-Geist
 Undene = WASSER-Geist
 Sylphe = LUFT-Geist,
 Kobold = ERDE-Geist.

Goethe (1749 - 1832) war der letzte Gelehrte aller Fächer, unter anderem auch Astrologe und Alchimist. Er verstand zumindest zur Zeit der Aufklärung noch die mittelalterliche Ausdrucksweise des Paracelsus und sehr wohl die Wichtigkeit der vielen nicht-wissenschaftlichen Zusammenhänge von Körper, Seele und Geist. Bei Platon (griechischer Philosoph, 427 - 347 vor Christus) finden wir im Buch "Timaios":

"Woher ferner die Krankheiten entstehen, ist wohl jedem einleuchtend. Da es nämlich vier ELEMENTE gibt, aus denen der Körper zusammengefügt ist, ERDE, FEUER, WASSER und LUFT, so ist es der naturwidrige Mangel oder Überfluss derselben, ... was Zwiespalt und Krankheiten bewirkt."

Platons Schule - und die seines Schülers Aristoteles - prägte die Entwicklung unseres abendländischen Denkens.
Das System der Elemente und der Astrologie kann heute noch hilfreich sein, um die Harmonien und Widersprüche in uns selbst und in unseren Beziehungen bildhaft besser verstehen zu können, weil dieses Modell vor der Aufteilung der Wissenschaften in einzelne Spezialgebiete entwickelt wurde. Es ist schon vom Ansatz her ganzheitlich.
Probleme entstehen meist durch einseitige, unverrückbare Standpunkte und Vorurteile. Daraus ergeben sich falsche Fragestellungen oder Aussagen wie: "Warum sind Frauen schlechter als Männer?" oder "Alle Männer sind Schweine!"
Die Systemische Astrologie bietet ein ganzheitlicheres Modell an:
  Bei dem Er-leben (FEUER),
  Hinein-denken (LUFT),
  Ein-fühlen (WASSER),
  Ein-arbeiten (ERDE)
in die vier Elemente entwickeln wir vier verschiedene Sichtweisen der Welt, vier Arten nachzufragen.
Wir erweitern durch Kennenlernen anderer Standpunkte unseren eigenen Horizont und können dann sogenannte "Tatsachen", von einer anderen Ebene aus, völlig anders beurteilen (siehe Hund und Katze).
Das Wissen darüber, dass es die "Wirklichkeit" entweder nicht gibt oder dass sie völlig verschieden wahrgenommen und beurteilt werden kann, ist sehr nützlich beim Klären von Problemen.
Um diese unterschiedlichen Wirklichkeiten verstehen zu können, bietet die Astrologie an, sich mit der Verschiedenheit der Elemente FEUER, LUFT, WASSER und ERDE von Grund auf auseinander zu setzen.
Gleichzeitig entwickelt man mit dem Erlernen dieser astrologischen Bildersprache eine neue, wachere und flexiblere Art der Wahrnehmung.

Vereinfachtes Beispielhoroskop zur Übersicht
Zuordnung der Tierkreiszeichen zu Elementen

A.K. geboren am 23. 02. 1949 bei Stuttgart um 19h05

 

Es gibt drei wichtige Teile im Horoskop:

  1. Sonne = "dein Tierkreiszeichen". Sie ergibt sich aus der Jahreszeit, in die dein Geburtstag fällt. Im Beispiel steht am 23. Februar die Sonne im WASSER-Zeichen FISCHE. "Ich bin ein FISCH" heißt al-so in diesem Buch astrologisch korrekter: "Ich habe meine Sonne in FISCHE".
  2. Aszendent (= ASZ). Er lässt sich nach der Tageszeit der Geburt über Orts- und Häusertabellen errechnen. Diese ergeben hier im Bei-spiel (um 19h05 bei Stuttgart am 23.02.1949) einen ASZ im ERDE-Zeichen JUNGFRAU. Die Sonne ist, wie du mit etwas Phantasie auf obiger Zeichnung sehen kannst, um 19h00 eben untergegangen. Das gegenüberliegende Zeichen JUNGFRAU steigt gleichzeitig auf und ist der Aszendent (= lateinisch "aufsteigend").
  3. Mond. Im Beispiel steht Mond im ERDE-Zeichen STEINBOCK. Diese Angabe finden wir in Ephemeriden (= Planetenkalendern) unter dem Geburtsdatum (23.02.1949).


Das Schöne an den vier Elementen ist, dass wir sie noch intuitiv be-greifen können und zu ihrem Verständnis nicht erst astrologische Kommentare auswendig lernen müssen. Mit zunehmender Erfahrung konzentriere ich mich, ähnlich wie Arroyo, immer mehr auf die Ele-mente im Horoskop. Mit diesem Vorgehen können ungefähr achtzig Prozent der möglichen Aussagen über das vereinfachte Modell der Verteilung von Sonne, Mond und Aszendent in den Elementen gut und bildhaft dargestellt werden. Damit lässt sich viel leichter arbeiten als mit einer "genauen" Horoskopauslegung, weil nachvollzogen werden kann, was mit den Elementen gemeint ist:

  • FEUER ist heiß, brennend, strahlend: > "Ein heißer Typ!"
  • LUFT ist als Wind spürbar in Bewegung: > "Ein Luftikus!"
  • WASSER ist nass: > "Der hat nahe am WASSER gebaut!"
  • ERDE ist schwer und stabil: > "Der hat die Füße auf der ERDE."

Und man kann, weil die Sprache der Elemente uns noch vertraut ist, mit Humor damit arbeiten. Liz Greene zitiert dazu J. D. Smith:
"Will man mit beiden Beinen gleichzeitig fest auf dem Boden stehen, hat man das Problem, dass man nie die Hose ausziehen kann."
Das einfache System der vier Elemente ist auf den ersten Blick natürlich mit Vorurteilen behaftet, aber es ist verständlich. Es wird nur sofort zum völligen Unsinn, wenn man daraus ableiten will:
"Ich bin so, weil ich ein FEUER-Zeichen bin, und mein Partner ist so, weil er ein WASSER-Zeichen ist, und deshalb verstehen wir uns nicht." Besser wäre folgendes:
Überlege, ob das, was über FEUER-Zeichen geschrieben wurde, einen Teil von dir beschreiben kann. Überlege dann, ob das, was über WASSER-Zeichen geschrieben wurde, einen Teil von deinem Partner beschreiben kann, ob es damit übereinstimmt, was du bei ihm wahr-nimmst. Wenn beides teilweise zutrifft, dann findest du für obiges Beispiel gute Bilder und brauchbare Märchen (die dir erleichtern, die Widersprüche in deinen Beziehungen oder in dir selbst zu beschreiben und zu verstehen) in den folgenden drei Kapiteln:

  • Das Element FEUER
  • Das Element WASSER
  • Beziehungen zwischen FEUER- und WASSER-Zeichen Partnern.

Astrologie wirkt ähnlich wie ein Märchen. Treffen die Bilder zu, können sie dir weiterhelfen, auch wenn sich daraus kein Beweis ergibt, dass die Astrologie stimmt. An Märchen muss man schließlich auch nicht glauben, und dein ungläubiger Partner hat gewiss auch Recht.

 

 

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